Verführung – Die grausame Frau |
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Autor: Maurice Schuhmann |
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„Venus im Pelz„ von Leopold von Sacher-Masoch ist ein Klassiker – nicht nur der sadomasochistischen Literatur. Die Novelle diente vielfach als Vorlage für Songs wie „Venus in Furs„ (Velvet Underground) und noch häufiger für Verfilmungen: Insgesamt sieben Mal wurde der Stoff auf Zelluloid gebannt, zum ersten Mal bereits 1919 unter dem Titel „Die Frau im Pelz„. Die Bearbeitungen des Stoffes reichen von einer recht engen Annäherung an die Vorlage (z.B. „Venus in Furs„, NL 1995) über eine Verfilmung durch den Sexploitation-Guru Jess Franco („Venus in Furs„, Es 1969), die mit dem Roman ausschließlich den Titel gemein hat, bis hin zu freien Adaptionen des Stoffes wie im Fall des Films „Verführt – die grausame Frau„ von Elfi Mikesch und Monika Treut. Monika Treut hatte ein paar Jahre zuvor über die Frauenbilder von Leopold von Sacher-Masoch und Marquis de Sade promoviert. Ihre dabei gewonnenen Einsichten fließen deutlich hinein in diesen sehr tiefgründigen und heiß diskutierten Film, der zeitweilig auf dem Index stand. |
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Sacher-Masoch beschreibt in seiner Novelle die Liebesbeziehung seines Alter-Egos Severin / Gregor zu Wanda, in der sich Wanda – anfangs von Gregor getrieben – zu einer Tyrannin entwickelt, bis sie schließlich dem masochistischen Wunschbild ihres Sklaven entwächst. Für die beiden Regisseurinnen dagegen stehen andere Beziehungskonstrukte im Vordergrund, die sich dementsprechend auch anders entwickeln. Wanda ist bei ihnen nicht mehr die herrische Reisebegleiterin Severins, sondern eine erotische Performancekünstlerin, die mit ihrer Freundin Caren, einer exzentrischen Geschäftsfrau, in Hamburg lebt. Sie herrscht aber nicht nur auf der Bühne – auch in ihrem Privatleben ist sie die tonangebende Persönlichkeit und Tyrannin. Neben ihrer Beziehung zu Caren genießt sie die Gunst ihres Bühnenpartners Gregor, ihrer Schülerin Justine (eine Hommage an de Sade) und des Journalisten Märsch. Letzterer wird von dem bekannten Künstler und Medientheoretiker Peter Weibel verkörpert, dem man im akademischen Kontext seine Rolle als unterwürfiger Masochist ankreidete. |
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